Micron Document
<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Natürliche Sprache</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Sprache"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Natürliche_Sprache rootpage-Natürliche_Sprache skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Natürliche Sprache</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Als <b>natürliche Sprache</b> bezeichnet man in der <a href="Sprachwissenschaft" title="Sprachwissenschaft">Sprachwissenschaft</a> eine von Menschen gesprochene <a href="Sprache" title="Sprache">Sprache</a> oder eine <a href="Geb%C3%A4rdensprache" title="Gebärdensprache">Gebärdensprache</a>, die aus einer ungesteuerten historischen Entwicklung entstanden ist. Eine solche ungesteuerte Entwicklung beruht in der Regel darauf, dass die Sprache im Rahmen des normalen und spontanen frühkindlichen Mutter<a href="Spracherwerb" title="Spracherwerb">spracherwerbs</a> weitergegeben wird.
</p><p>Davon unterschieden werden <a href="Plansprache" title="Plansprache">Plansprachen</a>, bei denen die grammatischen Eigenschaften und der Wortschatz bewusst festgesetzt und beibehalten werden und die ausschließlich durch bewusste Beschäftigung mit diesen Anleitungen erworben werden. Übergänge zwischen natürlichen und Plansprachen sind ebenfalls denkbar, dies wird im Fall des <a href="Esperanto" title="Esperanto">Esperanto</a> diskutiert.
</p><p>In einer anderen Blickrichtung stehen natürliche Sprachen im Gegensatz zu <a href="Formale_Sprache" title="Formale Sprache">formalen Sprachen</a>, z.&nbsp;B. <a href="Programmiersprache" title="Programmiersprache">Programmiersprachen</a> oder Logikformalismen. Diese dienen nicht als allgemeine Kommunikationsmittel und zeigen auch nicht die Einbettung in <a href="Parasprache" title="Parasprache">parasprachliches</a> Verhalten, das den Gebrauch natürlicher Sprachen zusätzlich kennzeichnet – also <a href="Gestik" title="Gestik">Gestik</a>, <a href="Mimik" title="Mimik">Mimik</a> und <a href="Intonation_(Sprachwissenschaft)" title="Intonation (Sprachwissenschaft)">Tonfall</a> zur <a href="Modulation_(Linguistik)" title="Modulation (Linguistik)">Modulation</a> der <a href="Kommunikation" title="Kommunikation">Kommunikation</a>. Formale Sprachen versuchen vor allem, für einen definierten Zweck strukturelle und <a href="Wortschatz" title="Wortschatz">lexikalische</a> <a href="Unsch%C3%A4rfe_(Sprache)" title="Unschärfe (Sprache)">Unschärfen</a> und Uneindeutigkeiten natürlicher Sprachen zu vermeiden.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rolle_des_Begriffs_in_der_Allgemeinen_Sprachwissenschaft">Rolle des Begriffs in der Allgemeinen Sprachwissenschaft</h2></div>
<p>Wenn Sprache sich ungesteuert entwickelt, dann sind die Eigenschaften ihres grammatischen Baus und Vokabulars durch verschiedene natürliche Rahmenbedingungen geprägt – etwa die Anforderungen, die in Kommunikationssituationen herrschen, oder die speziellen Bedingungen, die im frühkindlichen Mutterspracherwerb herrschen. Letztlich wirkt sich auch die körperliche und mentale Konstitution des Menschen und die genetische Ausstattung aus. Die Zusammenhänge zwischen solchen Rahmenbedingungen und der Entwicklung sprachlicher Formen zu erforschen, sowie möglicherweise hieraus erklärbare <a href="Sprachuniversalien" title="Sprachuniversalien">Sprachuniversalien</a>, ist ein Gegenstand der <a href="Allgemeine_Sprachwissenschaft" class="mw-redirect" title="Allgemeine Sprachwissenschaft">Allgemeinen Sprachwissenschaft</a>.
</p><p>Die scharfe Abgrenzung gegen Plansprachen, die in der sprachwissenschaftlichen Forschung teilweise geschieht, erklärt sich daraus, dass Plansprachen, eben aufgrund ihrer willkürlichen Schaffung, über die genannten Zusammenhänge keine Aufschlüsse geben. Sie können auch bekannten Entwicklungstendenzen und Sprachuniversalien zuwiderlaufen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Übergangs-_und_Zweifelsfälle"><span id=".C3.9Cbergangs-_und_Zweifelsf.C3.A4lle"></span>Übergangs- und Zweifelsfälle</h2></div>
<p>Natürliche Sprachen können in begrenzter Weise von Prozessen der Festschreibung und Planung beeinflusst werden, ohne ihren Status als natürliche Sprache zu verlieren. Auf der anderen Seite können geplante Sprachen Eigenschaften entwickeln, mit denen sie in die Kategorie der natürlichen Sprachen hinüberreichen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sprachplanung">Sprachplanung</h3></div>
<p>Natürliche Sprachen werden manchmal zum Gegenstand von <a href="Sprachplanung" title="Sprachplanung">Sprachplanung</a>, jedoch erfolgen sprachplanerische Eingriffe in der Regel für begrenzte Zeit auf der Basis bestehender natürlicher Entwicklungen. Sie betreffen dann nur wenige, oft eher äußerliche und soziale Aspekte einer Sprache (z.&nbsp;B. eher die Bevorzugung von <a href="Variet%C3%A4t_(Linguistik)" title="Varietät (Linguistik)">Varietäten</a> als ihre Entstehung) und greifen kaum in die Grundlagen des grammatischen Systems ein. Ein typisches Beispiel ist die Schaffung einer <a href="Standardvariet%C3%A4t" title="Standardvarietät">Standardvarietät</a> (etwa für flächendeckenden Schulunterricht) für eine Sprache, die sonst nur in Dialekte zersplittert vorlag (z.&nbsp;B. im Fall des <a href="Rumantsch_Grischun" title="Rumantsch Grischun">Rumantsch Grischun</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Tote_Sprachen">Tote Sprachen</h3></div>
<p>Einen Grenzfall bilden ferner <a href="Sprachtod" title="Sprachtod">„tote Sprachen“</a>, also Sprachen, die in einer historisch erstarrten Form weiter tradiert werden, aber nicht mehr durch Kinder in einem ungesteuerten Prozess als Muttersprache erworben werden. Beispiele dafür sind <a href="Latein" title="Latein">Latein</a> oder <a href="Sanskrit" title="Sanskrit">Sanskrit</a>. Aufgrund der ursprünglich natürlichen Entstehung fallen auch sie noch unter natürliche Sprache.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Plansprachen">Plansprachen</h3></div>
<p>Der einzige Fall einer Plansprache, die eine größere Sprechergemeinschaft über mehrere Generationen hinweg hervorgebracht hat, ist das Esperanto. Die Anfänge des Esperanto im 19. Jahrhundert bestanden in einer ersten <a href="Grammatik" title="Grammatik">Grammatik</a> mit 16 Regeln; der erste Wortschatz aus 920 Wortstämmen im ersten Esperanto-Lehrbuchs von 1887. Bis heute sind Grammatik und Wortschatz stark ausgebaut worden (gezählt werden heute über 15.000 Wortstämme). Vor allem wegen der Weiterentwicklung des Esperanto über mehrere Generationen hinweg und aufgrund der Existenz von zumindest etwa tausend Personen, die mit Esperanto als einer ihrer Muttersprachen aufwuchsen, wird die Frage diskutiert, inwieweit Züge einer natürlichen Sprache hier vorliegen.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Computerlinguistik">Computerlinguistik</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Computerlinguistik" title="Computerlinguistik">Computerlinguistik</a> und <a href="Dialog_Design" title="Dialog Design">Dialog Design</a></i></div>
<p>Die Computerlinguistik beschäftigt sich mit der automatischen Verarbeitung von natürlicher Sprache. „Natürlichsprachig“ steht hier im Gegensatz zu einer formalsprachlichen Repräsentation.
</p><p>In der Sprachverarbeitung werden verschiedene Methoden und Typen unterschieden. Als „natürlichsprachig“ werden <a href="K%C3%BCnstliche_Intelligenz" title="Künstliche Intelligenz">künstliche Intelligenz</a>, KI-Systeme oder <a href="Sprachdialogsystem" title="Sprachdialogsystem">Sprachdialogsysteme</a> (Interactive Voice Response, IVR) bezeichnet, die Äußerungen, die aus ganzen Sätzen bestehen, verarbeiten und mehrere <a href="Information" title="Information">Informationen</a> aus einem einzigen Satz extrahieren. Sprachdialogsysteme sind dabei der klassische Anwendungsfall. Neben sehr simplen Sprachdialogsystemen, die keine Sprache, sondern nur Optionswahlen (etwa Standard-Töne des <a href="Mehrfrequenzwahlverfahren" title="Mehrfrequenzwahlverfahren">Mehrfrequenzwahlverfahrens</a>, MFV) verstehen, können einige von ihnen auch festgelegte Ausdrücke erkennen (siehe: <a href="Speech_Recognition_Grammar_Specification" title="Speech Recognition Grammar Specification">Speech Recognition Grammar Specification</a>). Ein Verstehen ohne enge Vorgaben wird dagegen auch als <i>Natural Language Understanding</i> (NLU) bezeichnet. Solche Systeme können aus natürlichsprachlichen Äußerungen verschiedenartige Informationen extrahieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Sprache_des_Geistes" title="Sprache des Geistes">Sprache des Geistes</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Theodor_Lewandowski" title="Theodor Lewandowski">Theodor Lewandowski</a>: <i>Linguistisches Wörterbuch.</i> 4., neu bearbeitete Auflage. Quelle &amp; Meyer, Heidelberg 1985, ISBN 3-494-02050-7, Stichwort: „natürliche Sprache“.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/nat%C3%BCrliche_Sprache" class="extiw external" title="wikt:natürliche Sprache">Wiktionary: natürliche Sprache</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Jouko Lindstedt: <i>Native Esperanto as a test case for natural language.</i> In: <i>SKY Journal of Linguistics,</i> 19 (2006) (=&nbsp;<i>A Man of Measure: Festschrift in Honour of Fred Karlsson.</i>), S.&nbsp;47–55. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://researchportal.helsinki.fi/en/publications/native-esperanto-as-a-test-case-for-natural-language">Online.</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"> Ida Stria: <i>Esperanto as a Natural Language.</i> In: <i>Język. Komunikacja. Informacja - Language. Communication. Information.</i> Vol. 10 (2015), S.&nbsp;32–42. ISSN 1896-9585, Online via <a rel="nofollow" class="external text" href="https://scholar.google.de/scholar?hl=de&amp;as_sdt=0%2C5&amp;q=+Ida+Stria%3A+Esperanto+as+a+Natural+Language">scholar.google.</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Ilona Koutny: <i>A typological description of Esperanto as a natural language.</i> In: <i>Język. Komunikacja. Informacja - Language. Communication. Information.</i> Vol. 10 (2015), S.&nbsp;43–62. ISSN 1896-9585. Online via <a rel="nofollow" class="external text" href="https://scholar.google.de/scholar?hl=de&amp;as_sdt=0%2C5&amp;q=Koutny%3A+A+typological+description+of+Esperanto+as+a+natural+language&amp;btnG=">scholar.google.</a></span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-s" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4041354-8">4041354-8</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-07-04" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Nat%C3%BCrliche_Sprache&amp;oldid=257615541">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>

</body></html>